An(ge)dacht

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Pfingsten: Gott begegnen

 

Pfingsten - ein langes Wochenende. Aber was feiern wir da eigentlich? Weihnachten - das ist noch recht einfach: Jesus wird geboren. Ostern ist er nach der Kreuzigung am Karfreitag auferstanden. Auch das wissen viele.

Aber Pfingsten!?

Die Apostelgeschichte berichtet: Nach 40 Tagen hat sich der auferstandene Jesus endgültig von seinen Jüngern verabschiedet. Er hat ihnen jedoch versprochen, dass er sie nicht allein lässt, sondern ihnen den Heiligen Geist sendet. Was dann tatsächlich folgt:

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Freuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. (Apg 2, 2-4)

Unbeschreiblich, ja unbegreiflich, was da geschieht. Aber viel wichtiger ist, was daraus erwächst: Die Jünger fangen an von Gott zu erzählen: wie er ist und was er in Jesu getan hat. Und mit ihren Erzählungen bewegen und verändern sie die Menschen. Und das ist es, was bis heute immer weiter geschieht: Dass Menschen von Gott erzählen. Dass Menschen von Gottes Wort bewegt und verändert werden.

Wir können Gott nicht sehen - und auch Jesus ist nicht mehr sichtbar unter uns. Und trotzdem können wir ihm begegnen: im Wort, in den Geschichten, die von Gottes Taten und von Jesus erzählen. Und wir begegnen ihm als Heiligen Geist. Als Kraft, die in unserem Leben wirkt und uns verändern kann: Er wirkt in uns, dass wir sein Wort verstehen, dass wir getröstet oder ermutigt werden. Er wirkt so, dass andere es durch uns in Begegnungen spüren können. Das beschreibt der Apostel Paulus:

"Du Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung." (Gal 5, 22-23)

Auch wenn Gott nicht sichtbar ist, er wirkt in uns, unserer Welt und unserem Alltag - und in unserem Miteinander. Und dort wo wir etwas davon entdecken, ist etwas von Pfingsten.

 

Frohe Pfingsten.

 

Ihre Pfarrerin

Eva Thelen