Liebe Eltern,

nachdem bei einer Schulung für Sicherheitsbeauftragte im Kindertagesstätten ein Schwerpunkt die Vermeidung von Kinderunfällen behandelte, möchten wir Ihnen einige wichtige Erkenntnisse aus diesem Fachtag weitergeben. Sie sind in allen Lebensbereichen der Kinder gültig.

Zunächst wurde betont, dass zum Lernprozess jedes Kindes gehört, dass es hinfallen und sich eine kleine Wunde oder eine Beule zuziehen kann. Wenn ein Kind beispielsweise lernt mit dem Messer oder der Schere zu schneiden, kann es sich dabei anfangs auch verletzen. Das sind jedoch meist Bagatellfälle, die schnell wieder verheilen und zur Lebenserfahrung dazu gehören.

Wir möchten Sie im Namen unserer Fachkräfte für Sicherheit auf viel gefährlichere Tatbestände hinweisen, die man zudem auch sehr einfach entschärfen kann. Ein ganz wichtiger Aspekt sind dabei Kordeln, Schnüre, Schlüsselbänder, Schals, Loops, usw., mit denen sich Kinder immer wieder strangulieren. Erst kürzlich hat sich ein Kind mit einem Lederbändchen um den Hals an einem Fenstergriff zu Tode stranguliert. Vor zwei Jahren starb ein Kind im Kindergarten, dass sich mit einem Loopschal im Klettergerüst verfangen hat. Das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Daher geben wir Ihnen die Tipps der „Bayerischen Landesunfallkasse“ an Sie weiter mit der Bitte, die Kleidung und Ausstattung Ihrer Kinder auf eventuelle Gefahren zu überprüfen.

Kinderkleidung:

- Kaufen Sie keine Kleidung, bei der Kordeln und Schnüre im Halsbereich vorhanden sind.

- Verzichten Sie auf Kordelstopper, Feststeller und Knoten.

- Wählen Sie als Alternative Klettverschlüsse und Druckknöpfe.

- Wollen Sie auf Kordeln nicht verzichten, dann sorgen Sie für eine „Sollreißstelle“. Schneiden Sie hierfür die Kordel in der Mitte durch. Dann nähen Sie das Band mit ein bis zwei Stichen wieder zusammen. So kann die Kordel unter Belastung an dieser Stelle durchreißen.

- Kürzen Sie herausstehende Bänder von Anoraks, Kapuzenpullis, etc. auf max. 7,5 cm auf jeder Seite.

- Bei Krippenkinder wird besonders darauf hingewiesen, dass die Spucktücher bitte nicht geknotet sein sollen, sondern möglichst nur Tücher mit Klettverschluss angezogen werden sollen.

Weiter Gefahren bergen:

- Schnüre im Saum- oder Taillenbereich (sie können sich z.B. in schließende Türen von U-Bahnen, Bussen oder Rollbahnen einklemmen)

- offene Schnürsenkel

- Schlüsselbänder oder Schlüsselketten

- lange Schals (die Enden bitte immer in die Kleidung stecken!)

- Ohrringe und Halsschmuck (sind beim Toben, Spielen und Turnen grundsätzlich abzulegen)

- Riemen, Seile oder Leinen beim Klettern

Wählen Sie immer auffällige, helle Kleidung, damit Ihr Kind auch bei Nebel, Dunkelheit und Regen im öffentlichen Raum gesehen wird. Zusätztliche reflektierende „Blinkies“ bieten noch mehr Sicherheit.

Der im Straßenverkehr nötige Helm beim Fahrradfahren birgt auf dem Spielplatz eine große Gefahr. Es häufen sich die Fälle, in denen Kinder mit dem Fahrradhelm an oder in den Spielgeräten hängen bleiben. Dabei besteht die Gefahr, dass sie sich mit dem Gurt des Helmes strangulieren. „Helm ab auf dem Spielplatz“.

Sie sehen, dass mit ganz einfachen Mitteln und einem geschärften Blick eine große Gefahr für die Kinder gebannt werden kann.